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| Modellversuch für nutzbringendere MPU | |
Modellversuch für nutzbringendere MPUIn einem Modellversuch, begleitet vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Hamburg mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums und der IHK Schwerin wird ein neues Verfahren der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) getestet. Entwickelt wurde dieser neue Ansatz vom Geschäftsführer der PIN GmbH, dem Psychologen Jörg Nagel.
Die MPU, im Volksmund auch „Idiotentest“ genannt, wird häufig kritisiert. Ein Kritikpunkt ist zum Beispiel, dass ein gesperrter Kraftfahrer erst nach Ablauf der Speerfrist informiert wird, dass er eine MPU bestehen muss, um sein Kraftfahrerlaubnis wiederzuerlangen. In dem Modellversuch wird dem Betroffenen, falls bereits ersichtlich, dass eine MPU gefordert werden wird, dies direkt mitgeteilt. So kann er sich bereits während der Speerfrist zu einer MPU anmelden und daran arbeiten, sein Fehlverhalten zu ändern. Weiterhin wird kritisiert, dass die normale Untersuchungsdauer nicht ausreichend sei, um eine Nichteignung zur Führung eines Kraftfahrzeugs festzustellen. Mangelnde Sprachkenntnisse, so wie Stress können das Bestehen einer MPU erheblich erschweren.
Um diese Probleme zu vermeiden, wird im Modellversuch nicht eine einzige Untersuchung durchgeführt, sondern in bestimmten Zeitabständen, mehrmals zum Klärungsgespräch eingeladen. So soll Vertrauen aufgebaut werden und ein besserer Gesamteindruck entstehen. Auch Stress seitens des Betroffenen kann so abgebaut werden. Ungefähr 50 Prozent bestehen die erste MPU nicht. Daraufhin müssen Therapien, Nachweise, etc. vollzogen oder erbracht werden. Anschließend wird eine weitere MPU durchgeführt. Dies bedeutet einen erheblichen Kostenaufwand für den Betroffenen. Die Kosten einer MPU belaufen sich auf ungefähr 500 Euro. Um dieses Dilemma zu vermeiden, wird bei dem Modellversuch ein anderer Ansatz getestet. Stellt sich heraus, dass der Betroffene weiterhin Defizite aufweist, die ein Bestehen der MPU verhindern, wird diese erstmal unterbrochen. Der Betroffene kann sich dann Hilfe holen und seine Defizite bewältigen. Danach wird die MPU fortgesetzt. So spart der zu Untersuchende die Kosten einer zweiten MPU. Quelle: Ludwigsluster Tageblatt
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